Diese Sammlung atmet Weite, Salz auf der Haut und das leise Zittern zwischen Erinnerung und Verlangen. Mia Graf erzählt von Übergängen: zwischen Welten, zwischen Körpern, zwischen dem, was war, und dem, was plötzlich wieder möglich scheint. Ihre Texte sind sinnlich und ruhig, getragen von einer Sehnsucht, die sich langsam entfaltet. In der Titelgeschichte kehrt ein Mann aus der Kälte des Alls an einen vertrauten Strand zurück, wo jeder Schritt im Sand ein vergessenes Gefühl weckt. Das Meer wird zum Spiegel seines Inneren, der Rhythmus der Wellen zu einem Pulsschlag, der ihn zurück in den eigenen Körper ruft. Ein fremder Blick auf dem Wasser, eine geschmeidige Bewegung auf der Welle, und etwas lange Verschüttetes beginnt zu brennen.
Die Erinnerung an Sonne, Haut und Nähe mischt sich mit der Ahnung von etwas Neuem, Unausweichlichem. Zwischen Dünen, Wind und Gischt entsteht eine Spannung, die mehr verspricht als Erholung. Es ist der Moment, in dem Urlaub nicht Flucht bedeutet, sondern Ankunft - bei sich selbst und bei einem Begehren, das nicht länger schweigen will.