Kindererziehung ist heute stärker umstritten als je zuvor.
Während Eltern vor einigen Jahrzehnten noch als zu streng galten, sind sie heute oftmals eher liberal. Viele von ihnen wuchsen mit strengen Eltern auf und schworen sich, ihren eigenen Kindern einmal mehr Freiheiten zu schenken.
Moderne Eltern möchten vor allem verständnisvoll und mit ihrem Nachwuchs auf Augenhöhe sein. Konflikte mit den eigenen Kindern werden möglichst vermieden. Dabei gerät aus dem Blick, dass Kinder keine Erwachsenen in kleinen Körpern sind.
Was mit Strenge verwechselt wird, das ist im Grunde verlässliche Führung. Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen den Weg zeigen und ihnen im Alltag Struktur geben.
In meiner Praxis begegne ich zunehmend jungen Erwachsenen, denen diese Struktur und Führung gefehlt haben. Sie kämpfen mit den Folgen zu liberaler und inkonsequenter Erziehung. Viele haben sehr früh zu viele Freiheiten erlebt und dadurch Schwierigkeiten entwickelt, innere Festigkeit und Selbstvertrauen auszubilden.
Welche Erziehung ist nun besser, streng oder liberal? Die Lösung liegt häufig in der Mitte, denn erst Balance ermöglicht Stabilität.
Dieses Buch ist ein Beitrag dazu, elterliche Verantwortung wieder zu normalisieren und selbständige, innerlich gefestigte Erwachsene heranwachsen zu lassen.