Diese Sammlung erkundet männliche Fantasien und verletzliche Gewissheiten mit psychologischer Tiefe und sinnlicher Spannung. Mia Graf schreibt über Paare, die sich ihren dunkelsten Wünschen stellen müssen, wenn Erinnerung und Realität ineinanderfließen. In der Titelgeschichte erwacht ein Mann in einer fremd gewordenen Heimat und zweifelt an dem, was er gesehen - oder vielleicht nur geträumt - hat. Bilder seiner Frau mit einem anderen Mann lassen ihn nicht los, verstörend und zugleich erschreckend erregend.
Zwischen Unsicherheit, alter Scham und neuer Lust beginnt eine innere Auseinandersetzung mit Macht und Hingabe. Die Nähe zu seiner Frau wird intensiver, weil sie unausgesprochen bleibt. Was bleibt, ist das nagende Gefühl, dass manche Fantasien erst dann gefährlich werden, wenn man erkennt, dass man sie nicht mehr loswerden will. Ein provozierender, nachhallender Band.