"Die Mystik der Erleuchtung" legt, in Form unerbittlicher Gespräche und scharf geschnittener Miniaturen, eine radikale Demontage spiritueller Heilsversprechen vor. Krishnamurti erklärt Erleuchtung nicht als transzendenten Gipfel, sondern als kulturellen Mythos, genährt durch Sprache, Begehren und Autorität; sein sogenannter "natürlicher Zustand" erscheint als rein physiologisches Ereignis ohne metaphysische Beute. Der Stil ist repetitiv, paradox und bewusst desillusionierend, eingebettet in den späten Diskurs des 20. Jahrhunderts, der Meistererzählungen und Heilsökonomien misstraut. U. G. Krishnamurti (1918-2007), im theosophischen Milieu aufgewachsen, begegnete früh J. Krishnamurti und den Apparaten organisierter Spiritualität, nur um sie später entschieden zurückzuweisen. Jahre des Suchens, Reisens und Zweifelns mündeten in der berüchtigten "Calamity" der späten 1960er Jahre, nach der er jede Lehre, Technik oder Gefolgschaft verweigerte. Aus den insistierenden Fragen von Besuchern und Freunden gingen die hier versammelten Gespräche hervor; der Autor bestand darauf, nichts zu lehren und niemanden zu führen. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die religiöse Erfahrung, Bewusstsein und Selbstverbesserung nicht unkritisch feiern, sondern auf ihre sprachlichen und leiblichen Voraussetzungen prüfen wollen. Es dient als Gegenmittel zur Erlösungsrhetorik-erhellend, unbequem, oft brüsk. Wer bereit ist, den Trost von Systemen gegen intellektuelle Redlichkeit einzutauschen, findet hier keinen Weg, wohl aber ein präzises Instrument zur Entzauberung des Suchens.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.